Programm

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Freitag, 12.09.2003

14-16 Uhr

großer Hörsaal

Eröffnung (Prof. Dr. R. Voß)

Grußworte des Präsidenten der Universität Koblenz-Landau Prof. Dr. J. Klein

Museum of Modern Pedagogy (MMP) / Wandel der Lernkulturen

Peter Markwerth, Ursula Reuschenbach-Schulz, Siegfried Theiß / Prof. Dr. Rolf Arnold, Dr. Ingeborg Schüßler

Im Museum für moderne Pädagogik werden drei neue Erlebnisräume eingerichtet. Drei freie Mitarbeiter diskutieren Konzepte, wägen Schwerpunkte der Ausstellung ab und erörtern die Auswahl von Exponaten. Hintergründe und Unterfütterungen werden aus qualifizierter Forschung und Lehre authentisch von zwei Universitätslehrern beigesteuert. Und dies alles auf der Basis systemisch-konstruktivistischer Bezugswelten.

16-16.30 Uhr

Pause

16.30-18.30 Uhr

Praxis

Ist das noch Unterricht? Unterricht ohne zu unterrichten (F. Peschel)
Raum:

Können Kinder wirklich selbstständig lernen?
Falko Peschel hat vier Jahre eine Klasse durch die Grundschulzeit geführt ohne zu „unterrichten“. Dabei haben die hohen Leistungen der Kinder nicht nur ihn, sondern auch viele Besucher immer wieder verblüfft. Warum ist ein auf die Selbststeuerung der Kinder setzender Offener Unterricht so effektiv – und wie kann er konkret aussehen?

Dr. Falko Peschel ist Grundschullehrer im Rhein-Sieg-Kreis, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Siegen und Lehrbeauftragter an der Universität zu Köln.

„Restaurante discipuli“ – konstruktivistische Unterrichtspraxis (W. Müller / S. Recktenwald)
Raum

Das „Restaurante Discipuli“ lädt dazu ein, erprobtes Lernarrangement zu „verköstigen“. Die Lokalität offeriert ein Angebot, das in Selbstbestimmung angenommen und ausgewählt werden kann. Der Gast wird aktiv speisen wollen. An ihm liegt es, ein Menü zusammenzustellen. Die übrigen Beobachter bleiben deshalb nicht außen vor. Durch alle Speisen werden sie dazu aufgefordert, ihre Gedanken und Erfahrungen mitzuteilen. Methodisch variabel und kreativ geführt, besteht die Möglichkeit, die Praxiserfahrungen der Anbieter herauszufordern.

StR Wolfgang Müller, Lehrer an der Berufsbildenden Schule Technik Koblenz.
StR z.A. Sandra Recktenwald, seit Mai 2003 Lehrerin an der Berufsbildenden Schule Technik Koblenz.

Lernarrangement erfolgreich planen (A. Niggli)
Raum

Pädagoginnen müssen Ziele und Mittel des Unterrichts sorgfältig abwägen. Dies gilt für jede Konzeption des Unterrichts, ganz besonders auch für eher offen arrangierte individualisierte oder kooperative Lernformen. Doch was können Lehrpersonen unternehmen, damit Lernformen wie Stationenlernen, Planunterricht, Gruppenpuzzle und andere auch lernwirksam sind? Praktische Erfahrungen allein genügen meist nicht, diese Fragen befriedigend zu beantworten. Im Workshop sollen didaktische Möglichkeiten gezeigt werden, wie Lehrpersonen arrangierten Unterricht als wirksamen Unterricht gestalten können.

Dr. Alois Niggli, Titularprofessor, Leiter der berufswissenschaftlichen Ausbildung für Lehrkräfte der Sekundarstufe I am Departement Erziehungswissenschaften der Universität Freiburg (Schweiz).

Themen ins Spiel bringen: konstruktivistische Unterrichtsideen vom Thesen-Interview bis zur Spontan-Aufstellung (M. & R. Rabenstein)
Raum

In jeder Lerngruppe gibt es zum Lern- bzw. Unterrichtsthema eine Fülle von „Mit-Wissen“, das einfach da ist, bzw. Wissen, das spontan konstruiert wird, Gestalt annimmt. Die Methoden dieses Workshops zeigen, wie dieses „Spontanwissen“ interaktiv erzeugt und genützt werden kann: mit Eigenaktivität, kreativen Verknüpfungen und sinnlichem Zugang.

Martha Rabenstein: Didaktik-Lehrerin und Praxisbegleiterin. Ausbildung für systemische Lebens- und Sozialberaterin bei Organos, Österreich.
Reinhold Rabenstein: Trainer, Berater, Psychotherapeut (Gestalt- und systemische Therapie). Mitbegründer des AGB-Ausbildungsinstituts für Gruppe und Bildung, Österreich. Autor.

Neue Kinder brauchen neue Lehrerinnen und Lehrer (G. Kreter)
Raum

Die psychischen Belastungen, die Lehrer in Folge von Erziehungsdefiziten ihrer Schüler im Kontext gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen im Schulalltag davontragen, sind erheblich. Erschreckend ist aber auch das Maß an Hilflosigkeit, mit der sich professionelle Pädagogen der Angriffslustigkeit junger Schulkinder aussetzen! Der Workshop sucht Wegweiser auf Auswege!

Gabriela Kreter, Konrektorin an der Anne-Frank-Schule in Hamm/Westf., Moderatorin und Trainerin in der schulinternen Lehrerfortbildung (Gewaltprävention, Erziehende Schule, Elternarbeit), Autorin

Unterricht konkret konstruktivistisch – Arbeit mit Texten (E. Winter / E. Schinkel)
Raum

Unterrichtsmethoden, die Schülerinnen und Schüler zu eigenverantwortlichen Arbeiten anleiten und ohne großen Aufwand direkt in die alltägliche Unterrichtsarbeit integrierbar sind.

Elke Schinkel: Oberstudienrätin, Englisch und Französisch, Frankfurt
Elke Winter: Studienrätin, Mathematik und Physik, Darmstadt

Meine ART konstruktivistisch zu unterrichten (R. Wohlgemuth)
Raum

Eine mögliche Antwort auf PISA; das Unterrichtsprinzip „Selbstständigkeit“; von der Helfermentalität zum Helfersyndrom; Organisation und Selbstorganisation; die Bedeutung von IN-formation und EX-formation; der neue Unterricht und seine emergenten Phänomene; die Rollenänderung bei Lehrern und Schülern; das selbstorganisierte/selbstgesteuerte Lernen; deine selbsterfüllende Prophezeiung; das „Kreative Feld“; kreative Lernfeldgestaltung; konkrete Unterrichtsbeispiele; Sichtweisen für eine andere/neue Lehr- und Lernkultur; Reaktionen von Schülerinnen und Schülern. Ein erlebnisorientierter Vortrag mit vielen Beispielen aus der konkreten Unterrichtsarbeit.

Rudolf B. Wohlgemuth, Studiendirektor an der BBS in Bad Zwischenahr, Leiter von Fortbildungen an der Universität Oldenburg (Pädagogische Woche)

Das Klassenklima fördern - Systemisch-lösungsorientierte Methoden und
Vorgehensweisen (H. Christian / G. Müller)
Raum

Wenn wir uns das Klima einer Schulklasse wünschen dürften, dann sollte es wohl günstig sein für das stetige Wachsen von Lernfreude und Kommunikationsfertigkeit. Nun kann das Klima nicht einfach von den Lehrer/innen verordnet werden, weil es ja auch von den Schüler/innen zu tragen ist. Gleichwohl sind es die Lehrer gewohnt, die Schüler und Eltern durch ihr pädagogisches Handeln und Beraten zur konstruktiven Mitgestaltung des Klassenklimas zu gewinnen und zudem entsprechende Gruppenprozesse in der Schulklasse anzuregen. Dafür auch verfügbare Methoden und Vorgehensweisen werden vorgestellt und können erprobt und fachlich reflektiert werden.

Dipl.-Psych. Dr. Hatto Christian, Heinrich-Meng-Institut, Meng-Institut, Abt. Regionale Schulberatungsstelle, Brühl
Dipl.-Psych. Günter Müller, Schulpsychologischer Dienst des Kreises Düren, Düren

Selbstmanagement des Unterrichts durch Schüler im 5. Schuljahr (P. Grönwoldt)
Raum

Nachdem die Schüler in der Grundschule Lesen und Schreiben gelernt haben, sollten sie nun eine weitere ‚Kulturtechnik’ erwerben: ihren Unterricht selbst zu organisieren. Dabei lernen sie viel mehr und viel intensiver, und Spaß macht es noch dazu.

Peter Grönwoldt: Gelernter Kaufmann und gelernter Lehrer, später Lehrer-Aus- und -Weiterbilder, seit 20 Jahren in der Wirtschaft als Geschäftsführer und Unternehmensberater, jetzt im ‚Vorruhestand’ und als Bildungs-Autor und –Berater, aber auch wieder als Lehrer tätig.

Leichter leiten, lehren, lernen – systemische Pädagogik in der Klasse (E. Obitsch)
Raum

Anwendungsmöglichkeiten der "systemischen Werkzeugkiste" in der Klasse
In diesem Workshop werden Arrangements/ Übungen vorgestellt und ausprobiert, die die schulische Tätigkeit von LehrerInnen zielorientiert unterstützen, erleichtern, z. B. Skalieren, Problemlösungszwiebel...)

Eveline Obitsch, Professorin an einem Gymnasium, Lehrauftrag Fachdidaktik Geschichte, Universität Wien

SchülerInnen als Lehrende (H. Hermsen / C. Schuler)
Raum

Wir betrachten verschiedene reformpädagogische Ansätze, die SchülerInnen als Lehrende (und LehrerInnen als Menschen, die noch nicht ausgelernt haben) konzipieren: LdL nach Jean Pol Martin, TeamerInnen und TutorInnenmodell, der Lehrende als Curriculum. Lassen sich damit die sozialen Konstrukte „SchülerInnen" versus „LehrerInnen" dekonstruieren? Welche wechselseitigen Zuschreibungen, Erwartungshaltungen, Rollenverständnisse und (Selbst)Wahrnehmungen werden dadurch in Frage gestellt? Und: Ist mit einer Auflösung der festgelegten Rollen - systemisch gesehen - die Schule als Institution veränderbar? Diese und andere Fragen stellen wir uns und Ihnen. Vortrag und Diskussion

Hans Hermsen, Dr. Dipl.-Psych. wissenschaftlicher Mitarbeiter am Oberstufen-Kolleg (Versuchsschule des Landes NW) im Studienfach Psychologie
Claudia Schuler, ehemalige Schülerin des Oberstufen-Kollegs, Studentin der Psychologie an der Uni Bielefeld

Aus der Werkzeugkiste der systemisch-konstruktivistischen Unterrichtsgestaltung (M. Hohendorf)
Raum

"Aus der Werkzeugkiste der systemisch-konstruktivistischen Unterrichtsgestaltung": Der Referent gibt eine Überblick über den von ihm erstellen Kriterienkatalog eines systemisch-konstruktivistischen Unterrichts. Er zeigt am Beispiel der Planung, Durchführung und Auswertung von Simulationsspielen im sozialkundlichen Unterricht (Rollenspielen, Planspielen, Podiumsdiskussionen) eine Vielzahl von Möglichkeiten auf, um diesen Kriterien gerecht zu werden. An Hand von Aufgaben aus der PISA-Studie werden Wege auch für andere Fachbereiche (Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften) diskutiert.

Dr. Martin Hohendorf, Studiendirektor i. R., Hamburg

Vom Klassenrat zum Kinderparlament (W. Hövel / U. Resch)
Raum

Wir berichten von der Selbstorganisation der Arbeit unserer Kinder in unseren Grundschulklassen an Regelschulen. Im Mittelpunkt stehen hierbei der Klassenrat, Planungen, Verträge, Vorträge und Wochenabschlusskreise. Wir berichten vom Herüberwachsen dieses Kooperationsverständnisses auf die selbstorganisierte Teamarbeit des LehrerInnenkollegiums, über die Schulversammlungen bis hin zum Kinderparlament.

Uschi Resch ist Konrektorin der Grundschule Heiderhof in Bonn-Bad-Godesberg.
Walter Hövel ist Leiter der Grundschule Harmonie in Eitorf im Rhein-Sieg-Kreis.

Von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und gar Technologie begeistert? KIT – ein Netzwerk macht Furore (H.-G. Torkel)
Raum

Ein Netzwerk der Motivation und Unterstützung für alle Kinder, Jugendlichen und Trainer, durch Gründung von KIT-Clubs, wobei besonders vorhandene Potentiale genutzt werden. KIT steht für Kreativität, Innovation und Technologie.

Hans-Georg Torkel: Schulleiter am Berufskolleg für Technik und Informatik in Neuss

Die Regeln selbst finden – zur Unterrichtsmethode Spiel aus konstruktivistischer Sicht (A. Kraus)
Raum

Leider spielt der kindliche Körper in der Schule noch immer eine untergeordnete Rolle, insbesondere dessen konstruktiv-konstruierenden Fähigkeiten werden häufig übersehen. In einer Konzeption des Lernens als performativem Wissenserwerb und des Unterrichtens als Inszenierung soll dieses Manko eingeholt werden. Unser Mittel ist die didaktische Umsetzung eines performativen Spielbegriffs. Das heißt Spielphänomene kommen nicht wie sonst von außen auf den Akteur zu, sondern werden über Regelsetzungen, mittels spielerisch angeeigneter Handlungsmuster etc. in der Einübung von Repräsentationsweisen der Lebenswelt erst hervorgebracht. Im Schnittpunkt von abstrakter Struktur, situativem bzw. materialem Kontext und Prägung durch die beteiligten Individuen entfaltet sich im Spiel dann eine Eigenlogik von mimetischer Übernahme einerseits und Konstruktion andererseits. An einem Unterrichtsbeispiel aus dem Kunstunterricht soll dieses Konzept belegt werden.

Dr. A. Kraus, M. A., Lehrerin am Kurpfalz-Gymnasium in Mannheim

Die Hypothese im Unterricht, ein konstruktiv-konstruktivistischer Weg der Einsicht in Sachverhalte (E. Frost)
Raum:

Hypothesenbildung als Mittel der Erhellung und Erklärung von Sachverhalten; die Hypothese, meist auch deren letztes Ergebnis, das wir als Frucht unserer geistigen Arbeit mitnehmen und behalten. Hypothesen, nicht aus der Luft gegriffen, vielmehr durch Information, durch Fehlinformation, durch herrschende Meinung veranlasst, die es zu hinterfragen und zu durchschauen gilt. Die Hypothese als logisches Konstrukt. Wissen als Sammlung von Hypothesen. Beispiele aus der Geschichte

Eberhard Frost, Studienrat am Max-Planck-Gymnasium Groß-Umstadt

Reflexionen über Lernprobleme (R. Balgo / B. Lütje-Klose)
Raum

Systemische Reflexionen zur Entstehung und Lösung von Lernproblemen: In diesem Workshop soll anhand einer provokativen „Bauanleitung“ das Phänomen der „Lernbehinderung“ (re-)konstruiert werden. Mit Hilfe eines Fallbeispiels wird beschrieben und kritisch reflektiert, wie es zum Entstehen einer „Lernbehinderung„ kommt, wie das System Schule mit diesem Problem umgeht und versucht, Lösungen zu finden.

Dr. Rolf Balgo, Lehrer, Motopäde, systemischer Berater und Supervisor, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sonderpädagogik der Universität Hannover, Abteilung Pädagogik bei Lernbeeinträchtigungen, Mitherausgeber der Zeitschrift „System Schule – Systemische Pädagogik in der Schulpraxis“
Dr. Birgit Lütje-Klose, ist Diplom-Sonderpädagogin und Sonderschullehrerin. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sonderpädagogik der Universität Hannover, Abteilungen Pädagogik bei Beeinträchtigungen des Lernens und der Sprache.

2 x 2 ist Grün – oder Probleme sind versteckte Lösungen – allerdings oft mit einem hohen Preis (M. Reinhard)
Raum

Hypno-systemische Aspekte von Legasthenie, Dyskalkulie, AD(H)S und Schulverweigerung: Nehmen diese Symptombildungen „objektivierbar„ zu? Wenn ja: warum, wie, wo, wozu? Anhand von Metaphern, die auf lebendigen Eigendiagnosen von Kindern und Jugendlichen basieren, werden hypno-systemische Hypothesenbildungen versucht und zum gemeinsamen Diskurs angeboten. Deutung: Symptome als kreative „Teilleistungsfähigkeiten„ im Kontext gesellschaftlichen Wandels!

Dipl.-Päd. Mechthild Reinhard, Institut für systemische Beratung ISB, Gießen,
System. Familientherapeutin und Supervisorin

Lern- und Leistungsstörungen aus systemischer Sicht verstehen und begegnen (J. Stienen)
Raum

Lern- und Leistungsstörungen (LLS) bei Kindern und Jugendlichen äußern sich meist in Form von Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), Rechenschwäche (Dyskalkulie), Schulunlust und/oder Aufmerksamkeitsstörungen mit und ohne Hyperaktivität (ADS-H). Neben Entwicklungsdefiziten (Psychomotorik, visuelle/auditive Wahrnehmungsstörung) zeigen sich zunehmend familiäre Belastungen und Verstrickungen als Auslöser. Wird dies nicht rechtzeitig erkannt, geraten Kinder in einen Teufelkreis, zu dem auch Übertragungen und Gegenübertragungen auf der Ebene Lehrer-Kind zu zusätzlicher Neurotisierung der Probleme beitragen. Eine rein lernfunktionale Unterstützung führt in diesen Fällen meist nicht zum Erfolg, da das Kind mit seinem Symptom auf eine seelische Belastung hinweist, die erkannt und gelöst werden müsste. Ziel des Workshops ist es, anhand von Fallbeispielen aufzuzeigen, welche familiären Verstrickungen sich hinter den einzelnen Störungen verbergen können und welche systemischen Interventionen innerhalb als auch außerhalb von Schule greifen können.

Jochem Stienen: ausgebildet als Lehrer (Sek. I), Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut und Lerntherapeut (FiL); Supervisor.

Reflexivität und Vielstimmigkeit in (sonder-)pädagogischen Kontexten (B. Jäpelt, H. Schildberg)
Raum

In diesem Workshop wird zunächst die Ausbildung von SonderpädagogInnen am Beispiel des Thüringer Modells systemisch-konstruktivistischer Beratung und Gesprächsmoderation an Förderschulen (MoMo) vorgestellt. Darauf aufbauend sollen Formen reflexiven Arbeitens und die Erzeugung bzw. Aufrechterhaltung von Vielstimmigkeit im schulischen Kontext erarbeitet, erprobt und dialogisiert werden. Inwiefern tragen diese Arbeitsformen dazu bei, sich als LehrerIn in der Beziehung zu SchülerInnen / KollegInnen / Eltern immer wieder neu zu erfinden?

Birgit Jäpelt: (Diplom-Lehrerin) und Henriette Schildberg (Diplom-Pädagogin) sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen der Universität Erfurt, Allgemeine Sonderpädagogik, Sonderpädagogik bei Erziehungsschwierigkeiten und Integration

Gewaltprävention – Schulmediation (C. Burkhardt, B. Rösch-Kießl)
Raum

Mediation zu erlernen bedeutet nicht nur Technikschulung und Methodentraining, vielmehr bewirkt mediatives Fühlen, Denken, Reden und Handeln eine Veränderung der Haltung. Eine Veränderung unserer Haltung (Lehrer und Eltern) hat Signalwirkung auf die Kinder und Jugendlichen und ermöglicht einen guten Umgang miteinander, so dass Schule wieder zu einem achtenswerten Ort der Begegnung, des Lehrens und Lernens werden kann.

Christa Burkhardt und Beate Rösch-Kießl sind erfahrene Realschullehrerinnen und professionelle, praktizierende Mediatorinnen und Mediationstrainerinnen.

TheMuTe – Konstruktivistisches Theater an einer Schule für geistig Behinderte (C. Düx, A. Prangenberg)
Raum VHS

"Handeln, Spielen, Reflektieren - Konstruktivismus, der ohne Worte funktioniert..."

Anna Prangenberg und Claudia Düx sind Sonderschullehrerinnen in Köln


Reflexion

Das Vertraute im Fremden entdecken - konstruktivistische Kulturpädagogik - Reflexionsmodule in einem multimedialen Arbeitsatelier (M. Claus-Bachmann)
Raum

Ziel der Reflexionsmodule soll sein, Kulturen als konstruierte, dynamische, autopoietische Systeme wahrzunehmen. Alle drei Systemeigenschaften weisen darauf hin, dass Kulturen nur in Synergie mit ihren Konstrukteuren, Trägern bestehen können. Das hat pädagogisch gesehen weitreichende Konsequenzen, denn hier geht es um die Übernahme von Verantwortung für die Mitkonstruktion, Aufrechterhaltung und/oder Vernichtung kultureller Systeme - ein global anwendbares Denkmodell. Das Veranstaltungsmodul wird versuchen, die Abstraktheitsebene des Modells durch multimedial und -sensuell-interaktive Module und binnendifferenzierende Methodik in biographisch begründete Anschlussfähigkeit und Viabilität bei den Teilnehmern umzuwandeln. Inhaltlich spielen die Module mit kulturellen Ausdrucksformen, respektive Musik aus verschiedenen, fremden oder vertrauten kulturellen Systemen. Die relativierende Funktionalität kultureller Ausdrucksformen im systemischen Gefüge weist auf die pure Äußerlichkeit formativer Gestaltung und kann somit ein erster Schritt sein zur Dekonstruktion von Normen und Denkmustern, die in schlechthinniger Selbstverständlichkeit erstarrt zu sein scheinen.
Leider werden nur sehr wenige Laptops (5) für die Teilnehmer vorhanden sein. Wer dieses Veranstaltungsmodul besuchen möchte, wäre gut beraten, selbst einen Laptop mitzubringen.

Dr. Martina Claus-Bachmann, Hochschuldozentin im Fach Musikpädagogik an der Justus-Liebig-Universität Giessen

Schule leiten – Leiten begleiten. SchulleiterInnen führen durch ihre Schullandschaft / Werkstattbericht (M. Cordes)
Raum

Praxisbericht aus der Arbeit mit Schulleiterinnen und Schulleitern und praktische Übungen der Teilnehmenden in systemischer und an der Spiel-Metapher orientierten Sicht.

Dr. Martin Cordes, Professor an der Evangelischen Fachhochschule Hannover, Lehrgebiet Religionspädagogik; systemische Supervision, Konstruktivismustheorien

Neues finden – Ressourcen entdecken. Zirkuläre Verfahren im Kontext Schule (C. Becker-Binder)
Raum

Die Schule mit ethnologischem Blick erkunden, Außenperspektiven nutzen und dabei lernen, wie manches ganz anders und leichter gehen kann. Ein Workshop für Menschen, die drin sind (z. B. Lehrer/innen, Schüler/innen) und für Menschen, die von außen teilnehmen (z. B. Eltern).

Christa Becker-Binder: Realschullehrerin, Pädagogische Beraterin, Systemische Familientherapeutin, Systemische Supervisorin (IGST)

Lehrer/innen lernen – Selbstorganisiertes Lernen in der Peer-group-Arbeit (R. Suilmann, U. Coenen, R. Kreyenberg, U. Reinard, H. Schell und U. Urbach)
Raum

6 LehrerInnen aus 3 Bundesländern und 4 Schulformen treffen sich ca. 4 mal im Jahr zu selbst organisiertem Lernen in der Peer Group und erleben dies systemisch-konstruktivistisch, ressourcenorientiert, lösungsorientiert, vernetzend, Komplizen findend, ganzheitlich, stützend, Energie bringend, verändernd...

Reflexionen im Unterricht – ein Bezugsrahmen (E. Anhalt)
Raum

Reflexionen im Unterricht werden aus verschiedenen Perspektiven vollzogen. Diese Perspektiven werden nicht von einem externen Haltepunkt aus geordnet. Sie müssen aus sich heraus unter den Bedingungen stattfindenden Unterrichts aufeinander abgestimmt werden. Die Abstimmung ist immer auf etwas gerichtet, das selbst wiederum nicht vorgegeben ist, sondern durch die Reflexionen in den Blick gebracht wird. Wie kann diese Situation erfasst und für den Unterricht genutzt werden?

Dr. Elmar Anhalt, Wissenschaftlicher Assistent, Universität zu Köln


Vernetzung

Schule und Jugendhilfe – Zwei ungleiche Partner (J. Schweitzer)
Raum

Ausgehend vom Ringelnatzgedicht von der Schnupftabaksdose wird die Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule auf Voraussetzungen, Hemmnisse und neue Impulse untersucht. Eine Art "Stufenplan" möglicher Zusammenarbeitsformen verdeutlicht, wie viele Wahlmöglichkeiten und Schattierungen zwischen "ganz wenig" und "ganz viel" Kooperation beide Seiten haben.

Jochen Schweitzer-Rothers, Dipl.-Psych. (Uni Gießen), Doktor der Erziehungswissenschaften (Uni Tübingen), apl.Prof. für Medizinische Psychologie und Psychotherapie (Uniklinik Heidelberg). Mitbegründer und systemischer Lehrtherapeut am Helm Stierlin Institut

"Eltern(-arbeit) schätzen lernen" Ressourcen erkennen - Lösungen fokussieren - Energien gewinnen (G. Engel)
Raum

Nicht selten wird Elternarbeit im Schulalltag als mühsam empfunden. Schwierige Arbeitsbedingungen und persönliche Überforderungen bei Eltern und LehrerInnen erschweren oft eine konstruktive Zusammenarbeit.
An Beispielen aus der Schulpraxis soll gezeigt werden, wie mit systemisch-konstruktivistischen Methoden und Haltungen in kurzer Zeit Elternarbeit leichter und effektiver gestaltet werden kann.

Günter Engel, Lehrer an der Gesamtschule Saarbrücken Bellevue, Familientherapeut, Supervisor.

„Bitte hilf mir nicht, es geht mir schon schlecht genug!“ – Den Beitrag der Psychotherapie für die Schul- und Unterrichtswirklichkeit konstruktiv gestalten (R. Voß)

Dieser Beitrag entfällt, er liegt inzwischen als Publikation vor: Zeitschrift für systemische Therapie, Heft 3/2003)

„Sag mir (nicht), was ich tun soll!“ – Schule und Elternberatung (R. Storath)
Raum

Eltern stehen der Beratung in Schule oft ambivalent gegenüber: Sie wünschen sich Rat, befürchten aber gleichzeitig, dass sie damit ihre Autonomie riskieren. Der vom Berater wahrgenommene Wunsch "Sag' mir, was ich tun soll!" kann bei Nichtbeachtung der subjektiven Theorie der Ratsuchenden umschlagen zur Botschaft "Sag' mir nicht, was ich tun soll!". Eine Analyse exemplarischer Beratungsinteraktionen führt zur Idee, der vorherigen Klärung der Beratungsbedingungen sowie der Verhandlung zwischen den subjektiven Theorien von Ratsuchenden und Beratern mehr Platz einzuräumen.

Dr. Roland Storath, Dipl.-Psych., Supervisor BDP, Staatlicher Schulpsychologe an der Staatlichen Schulberatungsstelle für Mittelfranken

Deutschland sucht den Superstar... und was werde ich? Assessmentcenter-Verfahren zur beruflichen Orientierung Jugendlicher im Übergang Schule und Beruf (P. Druckrey, J. Voß)
Verlegt auf Samstag 14.30Uhr

 

Außenklassen – Möglichkeiten präventiver und integrativer Arbeit im Rahmen sonderpädagogischer Dienste (B. Köppen)
Raum

Wohnortnahe und integrative Beschulung von Schülerinnen und Schülern
mit einem besonderen Förderbedarf in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung. Die Bischof von Lipp Schule beschult seit drei Jahren einen Teil ihrer Schüler an zwei Grund- und Hauptschulen der Umgebung. Der Schwerpunkt der Beschulung sind die Klassen 1-6. Unsere Klassen sind auch offen für Schüler der umliegenden Grundschulen. Wir tragen damit der inländlichen Struktur unseres Schulamtsbezirkes Rechnung.
Wir wollen mit unseren Außenklassen den Schülern den notwendigen Schonraum, aber auch gleichzeitig die Möglichkeit zur Rückführung geben, indem sie in geeigneter Form am Unterricht der Grund- und Hauptschule teilnehmen.

Barbara Köppen: Schulleiterin der Bischof von Lipp Schule in Mulfingen

Stadtteilarbeit rund um die Schule – eine Projektbeschreibung (S. Wolf)
Raum

Was früher die Kirche im Dorf war, ist heute die (Grund-)Schule im Viertel. Alle Kinder müssen sie besuchen. Wir bemühen uns seit Jahren, dabei zu helfen, dass diese Begegnung mit "Schule" freundlich verläuft. Der türkischen Mutter steht bei der Anmeldung ihres Kindes eine "muttersprachliche Assistentin" zur Verfügung, um Inhalte sprachlich aber auch kulturell zu übersetzen. Mit der Freundlichkeit paart sich Ehrlichkeit. Das Ziel ist, Menschen zu begegnen, ohne ihnen ihre Identität und Verantwortung zu nehmen!

Ressourcenarbeit im Unterricht und sozialpädagogische Praxis (C. Renoldner, T. Wimmer)
Raum

Jede/r kann was - was kann jede/r?
Viele Augen sehen mehr davon und sehen aus unterschiedlichen Blickwinkeln! Zeigen, erproben und austauschen einiger kreativer Methoden, um staunende und wertschätzende Stimmung in den Schulraum zu zaubern. Die Aufmerksamkeit und die Neugierde auf die Vielfalt legen und Unterschiede als kollektiven Reichtum der (Klassen-) Gemeinschaft schätzen.

Christa Renoldner (systemische Familientherapeutin, Supervisorin, Mediatorin und Pädagogin)
Toni Wimmer: Systemischer Familientherapeut, Supervisor und Trainer, Spielpädagoge sowie langjährige Erfahrung in Sozialpädagogik. Leiter des ersten österreichischen Curriculums der systemischen Pädagogik (gemeinsam mit Christa Renoldner).

Vernetzte Lern- und Bildungsstrukturen zwischen Kindertagesstätten und Schulen (H. Lindemann)
Raum

Unter dem Aspekt der Schulvorbereitung hat die Entwicklung der deutschen Schullandschaft weitreichende Konsequenzen für die inhaltliche Konzeption von Kindertagesstätten. Im Rahmen der Pisa-Debatte ist es für Kindertagesstätten daher wichtig geworden, in welche Richtung zukünftige Entwicklungen gehen, da sich hierin auch bestimmen wird, auf welche Schule sie vorbereiten sollen. Die Anschlussfähigkeit der Bildungsinstitutionen Kindergarten und Schule ist hierbei für den Übergang zwischen beiden Institutionen ein entscheidender Faktor.
In diesem Workshop soll der Blickwinkel weniger auf die Reaktion vorschulischer Einrichtungen auf schulische Veränderungen gerichtet werden, sondern auf ihre Kooperation hinsichtlich der Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren konzeptionellen und gestalterischen Vorgehensweisen. Hierzu werden Elemente einer systemischen Pädagogik in Kindertagesstätten vorgestellt, mit der Praxisgestaltung in Schulen in Beziehung gesetzt und daraus Anregungen für die Vernetzung ihrer Lern- und Bildungsstrukturen entwickelt.

Dipl.-Päd., Dr. cand., Holger Lindemann, Fortbildner und Berater zur Praxisgestaltung in pädagogischen Handlungsfeldern, Oldenburg

Bewegung im System: Problemorientiertes Lernen (POL) in der Berufsfachschulausbildung im Gesundheitswesen (U. Schemmann)
Raum

SchülerInnen bei der Entwicklung eigener Lösungen zu unterstützen ist ein zentrales Anliegen des Problemorientierten Lernens. Ausgangspunkt ist ein alltagsrelevantes Fallbeispiel, das die SchülerInnen anhand einer vorgegebenen Vorgehensweise, dem so genannten 7-Schritt bearbeiten. Dieser Lernprozess wird von einer LehrerIn begleitet. Zunächst möchte ich Ihnen das Konzept und unsere ersten Erfahrungen in der Umsetzung kurz vorstellen und Sie dann einladen, anhand eines kleinen Fallbeispiels eigene Erfahrungen zu sammeln und auszutauschen.

Ulrike Schemmann ist Lehrerin an einer Berufsfachschule für Physiotherapie in München

Vorverlegter Vortrag:
R. Arnold: Neue Arbeit – neues Lernen

Raum

Der Vortrag beschäftigt sich mit den folgenden Fragen:

  1. Welche Qualifikationen werden in Zukunft benötigt? Oder: Die dreifache Entgrenzung der Kompetenzentwicklung
  2. Wie kann die Entwicklung dieser Qualifikationen gefördert werden?
    Oder: Lernkulturwandel durch Ermöglichungsdidaktik
  3. Welche Konsequenzen ergeben sich für die Professionals, die für Lern- und Entwicklungsprozesse zuständig sind?

Prof. Dr. Rolf Arnold, Dipl.-Päd., Professor für Berufs- und Erwachsenenpädagogik, Uni Kaiserslautern

 

19-21 Uhr

Schiffstour auf der Mosel (mit Bewirtungsmöglichkeit)

Das Schiff hält an der Eisenbahnbrücke in Güls / 15-20 Gehminuten entlang der Mosel

Samstag, 13.09.2003
8.30-12.30 Uhr

Neue Lernwege: Ein-blicke

A: Open Space: Themen und Fragen der eigenen Schul- und Unterrichtswirklichkeit (W. Jansen, U. Walkenhorst)
Sporthalle

„Wäre es möglich, den Grad an Synergie und Beteiligtsein, der in einer guten Kaffeepause entsteht, mit substanziellen Aktivitäten und Ergebnissen, die eine gute Konferenz auszeichnen, zu verbinden?“ (Harrison Owen 1997)
Bei der von Harrison Owen entwickelten open-space-Veranstaltung handelt es sich um eine Methode zur Selbststeuerung von Lern- und Arbeitsprozessen in Großgruppen. Zentrales Moment im open-space-Prozess ist, dass die Teilnehmenden die Inhalte und Strukturen ihres Lernprozesses selber gestalten, in dem sie Themen vorschlagen, sich in Workshops organisieren und sich inhaltsorientiert Lernpartner suchen. An die Stelle von externen ExpertInnen tritt ein offener Handlungsraum, in dem jede/r Teilnehmende Verantwortung für den Prozess und die daraus entstehenden Arbeitsergebnisse übernimmt.
Für den Verlauf gibt es ein Regelwerk, das zu Beginn vorgestellt wird. Im Rahmen des Schulkongresses soll eine erste Erfahrung in einem kurzen Zeitraum mit dieser Methode gemacht werden und Transfermöglichkeiten auf den eigenen Kontext angedacht werden.

Wolfgang Jansen, Lehrbeauftragter am Pädagogischen Fachseminar Karlsruhe - Abteilung Sonderpädagogik Karlsruhe; Systemischer Supervisor und Organisationsberater für verschiedene Unternehmensberatungen; Weiterbildung in TZI und Führung
Ursula Walkenhorst, Diplom-Pädagogin und Ergotherapeutin, wissenschaftliche
Mitarbeiterin an der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Pflege und Gesundheit

B: Reflecting Team (J. Hargens)
Raum

Dieser Workshop zeigt auf, welche Ideen hinter dem Reflektierenden Team (RT) stehen, z. B. wertschätzen, positives konnotieren, vielfältige und gleich gültige (zwei Worte!) Perspektiven, um dann mit den TeilnehmerInnen herauszuarbeiten und zu üben, wie diese Ideen in den schulischen Alltag praktisch übersetzt werden können.

Jürgen Hargens, Dipl.-Psych., Psychol. Psychotherapeut, in eigener Praxis seit 1979, daneben Autor, Fortbilder, Supervisor und Herausgeber.

C: Aufstellung: Brücken zwischen Schule und Elternhaus (M. Franke-Gricksch)
Raum

Systemisches Denken und Handeln führt in der Schule zu neuen Formen
im Umgang mit Schülerinnen, Schülern und ihren Eltern, in der Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten. Dabei - wird der tatsächliche Lehr- und Erziehungsauftrag neu reflektiert, - gewährt die grundsätzliche Achtung vor den Elternhäusern Kindern einen spannungsfreien Schulalltag, - gibt eine neue Kultur im Lehrerkollegium Impulse für das Schul-Leben. Teilnehmer/innen haben die Möglichkeit, in Aufstellungen Konflikte und Fragen aufzuzeigen, deren tieferen Sinn zu erkennen und Lösungswege zu finden.

Marianne Franke-Gricksch, Lehrerin, Familientherapeutin in eigener Praxis, München

D: Das Innere Team – Selbstreflexive Annäherung an stimmige Kommunikation und Kooperation (K. Egidi)
Raum

Die Fähigkeit zu stimmiger Kommunikation und Kooperation ist die Kunst, eine Balance herstellen zu können zwischen Erfordernissen des jeweils äußeren Kontextes, in dem die Begegnung stattfindet und den Erfordernissen des inneren Bezugsrahmens. Als kommunizierende und handelnde Personen bewegen wir uns im Spannungsverhältnis von dem Bedürfnis nach Übereinstimmung mit uns selbst (Authentizität) und nach dem der jeweiligen Situation angemessenen, passenden Verhalten. Um in dieser Situation einen „guten Platz“ einnehmen zu können, sind zwei Erkundungswege notwendig: die Auseinandersetzung mit den TeilehmerInnen, Mit- und GegenspielerInnen des inneren Teams und die Sensibilisierung für die Regeln, Rollenerwartungen, Geschichtlichkeit, Sinnhaftigkeit des (relevanten) äußeren Systems.

Karin Egidi, Dipl.-Psych., Freie Praxis in Köln, Lehrtherapeutin (SG) am Institut an der Ruhr e. V. Bochum, Ausbilderin „Systemische Pädagogik“, IGST und HSI, Heidelberg, Autorin

12.30-14.30

Mittagspause

14.30-17.30 Uhr

Lernen und Lernbegleitung

Van Goghs Ohr. Abschneiden oder verändern?
Lernen als Arbeit am Selbst-(Bild) (R. Fischer)
Raum

Was ist zu tun, wenn unsere Beobachtung – egal ob von uns selbst, der Welt, vom Anderen -, nicht mit dem Beobachteten übereinstimmt? In einem bebilderten Streifzug durch die Geschichte abendländischen Denkens mittels Beispielen aus Film- und Kunstgeschichte soll illustriert werden, dass Neues vor allem über die Störung bzw. Verrückung etablierter Denkgeleise in die Welt kommt. Entgegen der menschlichen Suche nach Bejahung, nach Bestätigung, nach Harmonie, nach „Verifikation“ soll es in diesem Workshop um die Lernprozesse gehen (Mephistos-Prinzip), die durch Negation, durch Nicht-Übereinstimmung ausgelöst werden und so die Harmonie der Täuschungen aufheben: Lernen als Erwartunsenttäuschung. Dabei wird die menschliche Fähigkeit zur Distanznahme, zur Reflexion, zur Reflexion der Reflexion im Vordergrund stehen und deren Rolle bei Lernprozessen zweiter Ordnung (Meta-Noia) thematisiert.

Dr. Hans-Rudi Fischer, Systemtherapeut, Lehrtherapeut der IGST Heidelberg, Herausgeber der Zeitschrift "Familiendynamik", Autor

Lernen in heterogenen Lerngruppen (A. v. d. Groeben)
Raum

Seit PISA wissen wir, dass dies die dringlichste Herausforderung ist, vor die wir gestellt sind – in allen Klassen aller Schulformen. Warum fällt es unseren Schulen so schwer, Unterschiede als Bereicherung zu verstehen, als Chance für besseres Lernen? Diese Frage soll von zwei Seiten angegangen werden. Einmal geht es um die verinnerlichten Bilder von Schule, die uns daran hindern, Neues zu erproben. Zum anderen geht es um Beispiele, die zeigen, dass und wie Unterricht auch anders geht als im „verordneten Gleichschritt“.

Annemarie von der Groeben, Dr. h. c., zunächst Gymnasiallehrerin in Hamburg, dann Wechsel zur Laborschule Bielefeld, seit 1989 Didaktische Leiterin. Neben der Schultätigkeit Mitarbeit an Forschungsprojekten, zahlreiche Publikationen, Redaktionsmitglied der Zeitschrift „Pädagogik“

Gestaltung von Lernarrangements (K. Klein)
Raum

Lehrende ermöglichen Lernprozesse, beraten und moderieren; Lernende arbeiten in Gruppen, bringen ihre Erfahrungen ein, erarbeiten ein Thema und präsentieren es, evaluieren miteinander das Ergebnis und den Prozess

Kerstin Klein: Lehrerin an der Erich Kästner Realschule in Steinheim/Murr in Baden-Württemberg, in der Lehrerweiterbildung tätig

Die Lehrkraft als Klasse(n)-Teamleader (C. Ochmann-Kaunzner)
Raum

Folgende Fragen sollen behandelt werden:

  1. Wie gewinnen wir ein tieferes Verständnis gegenüber dem stetigen Werte- und Verhaltenswandel der Schülerwelt?
  2. Weshalb nimmt die Konflikt- und Gewaltsituation innerhalb der Lehrinstitutionen permanent zu und zu welcher Veränderung drängen diese Tatsachen?
  3. Was ist der Schlüssel zum souveränen Umgang mit sich selbst und folglich auch innerhalb der Schulklasse?
  4. Wodurch wird die Lehrkraft zum Klasse(n)-Teamleader?

Christine Ochmann-Kaunzner: Mitinhaberin des Team- und Managementunternehmens „Training4more“, Trainerin und Coach von Führungskräften, Autorin

Lernumwelten gestalten (N. Schläbitz)
Raum

Lernumwelten sind grafisch ansprechende Plakatwelten, die fächerverbindend und eigeninitiativ arbeiten lassen. Sie ermöglichen immer wieder Perspektivverschiebungen, fördern kreative Gedankenarbeit und suchen dem Prinzip der Viabilität eines von Glasersfeld Rechnung zu tragen.

Priv.-Doz. Dr. Norbert Schläbitz, Lehrbeauftragter an der TU Braunschweig, Studienrat z.A. (Deutsch/Musik, Sek. II/I) an der Gesamtschule Paderborn-Elsen

Lernen ist wie Netze spinnen – selbst organisiertes, kooperatives Lernen in der Grundschule (R. Robischon)
Raum
  1. Wie Lernen statt findet Verknüpfen, andocken, erfinden, passend machen, Zusammenhänge sehen, Ordnungen herstellen, Erklärungen suchen, kooperieren, Fragen stellen
  2. Gegenüberstellung:
    üblicher Umgang in Schulen – anderer Umgang
  3. Beschreibung des Schulalltags, Beispiele

Rolf Robischon, Autor, Cartoonist, Dipl.-Päd., Rektor, Freiburg

Developing and Managing a Constructivist Classroom (M. Marino)
Raum

This workshop will provide teachers with strategies for implementing a constructivist curriculum in their classroom. Classroom organization including physical layout of the room and time management will be discussed. Techniques that prompt students to become self-directed learners will be modeled. In addition, sample curriculum and assessment tools will be presented. The audience will be encouraged to participate in several activities that will assist them in developing a constructivist environment in their own classrooms.

Matthew Marino is a doctoral student in Special Education at the University of Connecticut. He has a Master's degree in Middle School curriculum development and has taught middle school, high school and university students using a student-directed approach to learning.

Hinweis: Marino, M. (2002), Schüler unterrichten Schüler – Die Entwicklung eines Lernzentrums für die Naturwissenschaften In: Voß, R. (Hg.) Unterricht aus konstruktivistischer Sicht – Die Welten in den Köpfen der Kinder, Neuwied, S. 85-104

 

Systemische Beratung

Kreativ beraten – Methoden, Modelle, Strategien für Beratung, Coaching und Supervision (M. & R. Rabenstein)
Raum

Apfelstrudel, Freak-Position und Zeitlinie haben einiges gemeinsam: sie eröffnen, konstruieren neue Perspektiven. Bei der Konstruktion hilfreicher Wirklichkeiten können uns kreative Positionen nützen. Dies vermitteln wir im Workshop.

Martha Rabenstein: Didaktik-Lehrerin und Praxisbegleiterin. Ausbildung für systemische Lebens- und Sozialberaterin bei Organos, Österreich.
Reinhold Rabenstein: Trainer, Berater, Psychotherapeut (Gestalt- und systemische Therapie). Mitbegründer des AGB-Ausbildungsinstituts für Gruppe und Bildung, Österreich.

Beratung in der Schule – Systemisch-konstruktivistisch-lösungsorientierte Beratung durch Lehrerinnen und Lehrer (H. Christian / G. Müller)
Raum

Beratung in der Schule wird überall und ständig ausgeübt (etwa: Lernhinweise für Schüler, Elternsprechtag, Klassengespräch zur Unterstützung der Gemeinschaft). Für diesen angestammten Arbeitsbereich aller Lehrerinnen und Lehrer sollen praxisnahe Vorgehensweisen und Beratungsmodelle mit konstruktivistisch-lösungsorientierter Grundlage und Begrifflichkeit vorgestellt und reflektiert werden, wie sie in der Fortbildung für Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer im Regierungsbezirk Köln verwendet werden - etwa zum Bereich der Einzelberatung, der Schulklassenberatung, der Elterngruppenberatung und des schuleigenen Beratungskonzepts.

Dipl.-Psych. Dr. Hatto Christian, Heinrich-Meng-Institut, Meng-Institut, Abt. Regionale Schulberatungsstelle, Brühl
Dipl.-Psych. Günter Müller, Schulpsychologischer Dienst des Kreises Düren, Düren, beide tätig in Schüler-, Eltern- und Lehrerberatung, Schulentwicklungsberatung, Fortbildung und Supervision

In flagranti bei der eigenen Kompetenz erwischt... Einübung in die konsequent ressourcenorientierte (Eltern-)Beratung (D. Binder)
Raum

In diesem Workshop sind Sie eingeladen, mit Ihren eigenen Kompetenzen als Berater/in in Kontakt zu kommen und die erstaunlichen Wirkungen „positiver Unterstellungen“ in der Elternarbeit zu entdecken.

Dipl.-Psych. Désirée Binder, Praxis für systemische Familientherapie, Supervision und Fortbildung in Wittnau/Freiburg.

Elternarbeit – heavy oder easy (C. Renoldner)
Raum

Vom förderlichen oder hinderlichen Umgang mit Eltern (und Angehörigen) in der Pädagogik - eine gar nicht so schwierige Konstruktion.

Christa Renoldner (systemische Familientherapeutin, Supervisorin, Mediatorin und Pädagogin) Leiterin des ersten österreichischen Curriculums der systemischen Pädagogik (gemeinsam mit Toni Wimmer).

Schulalltagsleichte Lösungen (er-)finden – Einblicke in systemisch-lösungsorientierte Unterrichtsgestaltung und Beratung (S. Wywiol)
Raum

Systemisch-lösungsorientiertes Denken und Arbeiten ermöglicht durch das Suchen nach Zielen anstatt Problemen, Ressourcen anstatt Defiziten, Lösungen anstatt Ursachen, Humor anstatt schlechter Laune positives und effektives Handeln im alltäglichen Unterrichtsgeschehen sowie in den häufig anfallenden Beratungs-, Konflikt- und Problemgesprächen mit Schülern, Eltern und Kollegen.
Dieser Vortrag ist für alle, die eine Vielzahl von konkret einsetzbaren (Unterrichts-)Methoden und Gesprächleitfäden kennen lernen und ihre eigenen
Gesprächs-, Verhaltens- und Handlungskompetenzen gewinnbringend erweitern wollen, um in ihrem Berufsfeld umsetzbare Lösungswege (er-)finden und „Sackgassen„ entgehen zu können.

Susanne Wywiol ist Sonderschullehrerin an der Schule für Erziehungshilfe Kreuzstraße in Wuppertal.

Die Schulen in die eigenen Hände nehmen: Vorgestellt werden

  • Helene-Lange-(Real-)Schule, Wiesbaden (E. Riegel)
    Raum
    In der Helene-Lange-Schule gibt es bedeutend weniger Fachunterricht als an anderen Schulen. Dafür arbeiten die SchülerInnen in langen Praktika außerhalb der Schule und spielen oft wochenlang nur Theater. Sowohl bei TIMSS als auch bei PISA erreichte die Schule Spitzenleistungen. Wie geht das?

    Enja Riegel, seit Februar 2003 pensionierte Leiterin der Helene-Lange-Schule, Autorin

  • GS Kleine Kielstraße, Dortmund (C. Mika / C. Schmedt)
    Raum
    Die Grundschule Kleine Kielstraße wurde 1994 als 7. Grundschule im
    Dortmunder Norden neu gegründet. In einem Stadtteil mit vielschichtigen sozialen Problemen wird Schule zum wichtigen Lebensort für Kinder, der Auftrag allen Kindern den Erwerb von tragfähigen Grundlagen für ihr weiteres Leben zu ermöglichen, erhält besonderes Gewicht. Im Rahmen der hierzu entwickelten Konzepte soll im Workshop schwerpunktmäßig der Bereich des Schulanfangs ( Anmeldeverfahren, vorschulische Elternarbeit und Kooperation mit den Kindertagestätten) sowie das Erziehungskonzept der Schule ("Kinder stärken") vorgestellt werden.

    Claudia Schmedt: exam. Krankenschwester, seit 1999 Lehrerin an der GS Kleine Kielstraße
    Christiane Mika: seit 1994 Lehrerin an der GS Kleine Kielstraße, Koordinatorin des BLK Modellvorhabens: "Förderung innovativer Lernkultur in der Schuleingangsphase"

  • Berufsbildende Schule Technik, Koblenz (Diflex: Differenzierte Lernkonzepte. Schüler wählen aus) (W. Müller zus. mit M. Schattner und W. Valler)
    Raum
    „Über das Kultivieren eines Obstbaumes“ Erfahrungen mit schulischen Organisationsentwicklungsprozessen (DIFLEX)
    „Es wird nur der Früchte ernten, der seinen Bestand hegt und pflegt.“
    Die Referenten konnten durch ihre Teilnahme am Modellversuch DIFLEX Kriterien für die Entwicklung zusatzqualifizierender Bildungsangebote erarbeiten. Diese Merkmale erlauben eine Orientierung bei der Ausgestaltung allgemeiner Wahlpflichtmodule. An der Berufsbildenden Schule Technik Koblenz belegten in Folge im Schuljahr 2000/2001 erstmals ca. 900 Berufsschüler aus einem Angebot ein Wahlpflichtfach.
    Die Präsentation berichtet über den Entwicklungsprozess bis hin zu einem standardisierten Wahlpflichtangebot an der Berufsbildenden Schule Technik Koblenz. Eine Analogie soll helfen, die Struktur des verwobenen Prozessverlaufs transparent zu machen.
    Macht das Beispiel Schule, führt es zur „Kultivierung“ erweiterter bzw. ergänzender Bildungsangebote.

    Wolfgang Müller, Markus Schattner und Wilhelm Valler sind Lehrer an der Berufsbildenden Schule Technik, Koblenz

  • Käthe-Kollwitz-Schule, Grünstadt, Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen (G. Räuber)
    Raum
    Aus der Praxis für die Praxis: Schule leben - eine Herausforderung im Umgang mit lernbeeinträchtigten Kindern und Jugendlichen
    In der Kürze der Zeit soll ein methodisch-didaktischer Weg zum dialogischen Lernen in Selbstverantwortung, Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit aufgezeigt werden; der Lehrer als Lernbegleiter im Dialog mit den Lernenden, die ihren Unterricht selbst bestimmen.
    Darüber hinaus sollen unter dem Aspekt des Qualitätsmanagements an Sonderschulen Perspektiven zur Auswirkung des Unterrichtsprinzips auf eine ganze Schulart aufgezeigt werden.

    Gisbert Räuber ist Sonderschulrektor einer Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen (Käthe-Kollwitz-Schule, Grünstadt)

  • Montessori Gesamtschule, Potsdam (U. Kegler)
    Die Montessori Gesamtschule Potsdam erprobt neue Lehr- und Lernmethoden
    des 1. bis 10. Jahrgangs. Dies gilt in gleicher Weise für neue Wege in
    der Leistungsbeurteilung. Weitere Schwerpunkte: jahrgangs- und
    fächerübergreifender Unterricht.

    Ulrike Kegler ist Leiterin der Montessori Gesamtschule Potsdam.
  • Eine Multikulti-Gesamtschule im Berliner Kiez (G. Graf)
    Raum
    Videoclip und Power-Point-Präsentation
    1. Schüler - Videoclip „Eine türkische Familie im Wandel“ (H. Bischoff / F. Kampmann)
    2. Lernwerkstatt Eigen-Art (Stationen zum Thema „Körper“, Kunstunterricht, G. Graf)
    3. Literaturzelt (Konstrukt. Deutschunterricht von M. Knuth u. G. Graf)
    4. „Flow" und Eigensinn, ressourcenorientiertes Einzelcoaching für SchülerInnen ( G. Graf)
    Gelingt es den Zwangskontext Schule umzudeuten, so wird Schule zum kreativen Feld. Es entstehen Lernenvironments für Kids und Erwachsene, auf der Suche nach ihrer Eigen-Art.

    Gertrud Graf, System-Supervisorin, Gesamtschulrektorin als Fachbereichsleiterin für das Fach Deutsch an der Moses-Mendelssohn-Oberschule in Berlin.

AG AD(H)S

Kinder, Eltern, Lehrer, Psychologen und Ärzte stark machen
(C. Dönges, G. Glaeske, H. v. Lüpke, H.-R. Schmidt (Moderation))

Raum

Heinrich Hoffmanns berühmter Zappelphilipp kann nicht stillsitzen. Ist Philipp also cerebral bzw. genetisch gestört, leidet er gar an der medizinischen Störung "ADHS" und muss medikamentös behandelt werden? Oder können wir sein Verhalten systemisch verstehen und ihm auf diesem Wege helfen? Kinder, Eltern, Lehrer, Psychologen und Ärzte stark machen setzt voraus, sie zu verstehen und sie in ihren je individuellen Lebenslagen zu unterstützen.

C. Dönges, Lehrer und Lehrbeauftragter an der Uni Landau, Autor
Prof. Dr. Gerd Glaeske, Pharmakologe, Uni Bremen
Dr. Hans von Lüpke, Kinderarzt und Psychotherapeut, Frankfurt
Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt, Leiter der Abt. Erziehungsberatung u. Familientherapie des Heinrich-Meng-Instituts, Brühl bei Köln

AG Konstruktivistische Lehrerbildung

Kolumbus entdeckt Amerika und erfindet die Indianer. Subjektive Relevanz, Selbststeuerung und interaktive Reflexivität als Aspekte einer veränderten Ausbildungskultur (B. Völkel (Moderation), A. Niggli, C. Seyfried, S. Theiß
Raum

„Wie wir gelehrt werden, werden wir lehren, wie wir geprüft wurden, werden wir prüfen und wenn wir eingestellt werden, fünfunddreißig Jahre lang." Diese Aussage im Rahmen einer Staatsprüfung bringt prägnant zum Ausdruck, welche langfristigen sozialisierenden Auswirkungen die Art und Weise hat, wie Lehrerinnen und Lehrer an der Universität und im Studienseminar auf ihren Beruf vorbereitet werden.
Im Rahmen dieses Themenangebots werden Alternativen `der Lehre` vorgestellt und praktisch erprobt, die zeigen, dass sich auch die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern konstruktivistisch ausrichten lässt.

Prof. Dr. A. Niggli
Prof. Dr. C. Seyfried
OstD Siegfried Theiß, BBS Trier (II. Phase)
Dr. Bärbel Völkel, Lehrerin, Hauptseminarleiterin und Fachleiterin am Studienseminar Sekundarstufe I Paderborn

AG Mediale Wissenskonstruktion

Lernen und Lernbegleitung in neuen Medienwelten (B. U. Biere, H. Diekmannshenke, W.-A. Liebert (Moderation), I. Meißner)
Raum

Wissen wird zunehmend kooperativ durch neue Medien konstruiert und vermittelt. Während die Universitäten bereits Teil dieses globalen Wissenskonstruktionsprozesses sind, gibt es an der Schule nur partielle Versuche, Medien im schulischen Unterricht konstruktiv zu nutzen. Es sollen insbesondere Medien-Projekte vorgestellt und diskutiert werden, wie Schüler, Lehrer und Wissenschaftler gemeinsam Wissen konstruieren können, so dass an den Schulen nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern auch Wissen darüber, wie Wissen konstruiert wird.

Prof. Dr. U. Biere, Dr. H. Diekmannshenke, Prof. Dr. W.-A. Liebert, Dr. I. Meißner, Institut für Germanistik der Universität Koblenz

von Freitag auf Samstag verlegt:

Deutschland sucht den Superstar... und was werde ich? Assessmentcenter-Verfahren zur beruflichen Orientierung Jugendlicher im Übergang Schule und Beruf (P. Druckrey, J. Voß)
Raum

„Was soll ich werden?“ „Was kann ich eigentlich gut?“ „Was macht mir Spaß und reicht mein Interesse an Menschen aus, um Verkäuferin zu werden?“ – Dies sind nur einige der Fragen, auf die Schülerinnen und Schüler am Ende ihrer Schulzeit Antworten finden müssen. Start, das Assessmentcenter des IMBSE e. V., unterstützt junge Menschen bei der Suche nach ihren Antworten. Denn bei Start können sich Schüler/innen in unterschiedlichen beruflichen Situationen erproben, um ihre Kompetenzen und Neigungen, aber auch die Anforderungen verschiedene Berufe kennen zu lernen.

Petra Druckrey, Diplom-Pädagogin, Leiterin des Fachbereiches Assessmentcenter am IMBSE, Moers.
Jürgen Voß, Diplom-Pädagoge, Abteilungsleiter Berufsvorbereitung am IMBSE, Moers.


17.30-18 Uhr

Pause

18-20 Uhr

Eat and Coach Your Colleague – Gemeinsames 3-gängiges Abendessen in der Mensa

20-21 Uhr

"Erzählung, Poesie, Reflexion" verlegt auf Sonntag 9 Uhr.

Diskussionsrunde: Zum Stand der Kunst I – Praxis:
Konstruktivistischer Unterricht und systemische Beratung

(Leitung: K. Reich; Teilnehmer/innen: D. Binder, J. Hargens, W. Müller, A. Poenitsch, U. Reuschenbach-Schulz, N. N.)
Raum

Dipl.-Psych. Desirée Binder, Freiburg (Beratung)
Dipl.-Psych. Jürgen Hargens, Meyn (Beratung)
StR Wolfgang Müller, BBS Koblenz (Praxis)
NN Lehrerin (Praxis GP)
PD Dr. Andreas Poenitsch, Uni Koblenz (Kritik)
StD Ursula Reuschenbach-Schulz, BBS Neuwied, II. Phase
Prof. Dr. Kersten Reich, Uni Köln

Cybernetic Cinema: Club der toten Dichter (P. Gester)
Raum

Peter Gester, Dipl.-Psych., Supervisor, Berater und Psychotherapeut für Einzelpersonen u. Gruppen, Lehrtherapeut der IGST, Geschäftsführender Gesellschafter des Carl-Auer-Systeme Verlags, Heidelberg

ab 20.30 Uhr

Gemütlicher Aus-Klang auf dem Campus

Sonntag 14.09.2003
9-9.45 Uhr

Einzelvorträge

von Samstag auf Sonntag verlegt:
Erzählung, Poesie, Reflexion – Von den Formen, die Einbildungskraft zu entfesseln (R. Fischer)
Raum

Ausgehend vom Film und der bildenden Kunst werde ich der Frage nachgehen, wie es poetischem Denken gelingt, das Gewöhnliche zu verklären, unsere Phantasie zu entfesseln und im gelungenen Fall Neues, neuen Sinn in die Welt zu bringen. Welche Rolle spielen dabei Reflexion und Meta-Reflexion? Nicht erst seit Max Frisch wissen wir, dass jedes Ich, das sich ausspricht, eine Erfindung ist. Der Mensch, als ein Wesen, das in selbstgesponnenen Bedeutungsgeweben verstrickt ist, muss seinen Sinn in seinen Erzählungen, seinen Geschichten über sich selbst (er-)finden. Die Logik des alltäglichen poetischen Denkens möchte ich mit Worten und Bildern entschlüsseln.

Dr. Hans-Rudi Fischer, Systemtherapeut, Lehrtherapeut der IGST Heidelberg, Herausgeber der Zeitschrift "Familiendynamik", Autor

Jim Garrison: A Theory of Creative Listening
Raum

Speaking from the perspective of American pragmatism in the tradition of John Dewey, I will outline some core assumptions of a theory of creative listening and try to show their importance for constructivist educators.
I begin by examining the basis of interpretive listening in personal and cultural aspects of experience. We will learn that individuals acquire
their habits of interpretation from their habitat, especially the cultural customs of their social habitat. Next, I will outline a theory of the social construction of meaning as artistic creation. While most constructivist theories concentrate on the cognitive aspects of meaning, they ignore the emotive. To help overcome this limitation, I want to concentrate on the social construction of emotional meaning. In doing so, I borrow from Sue Campbell’s feminist analysis of emotional expression and of how men often interpret women’s emotions in ways that either dismiss them or redesignate them as something other than what was intended. I will note in my conclusion that while the example is that of gender, we may apply almost everything we learn to any dialogue across differences.

Jim Garrison is a professor of philosophy of education at Virginia Tech
in Blacksburg, Virginia.

E. Riegel: Was den Schüler zum Menschen macht
Raum

Dazu bedarf es Schulen, von denen die SchülerInnen sagen sollten:
Hier gehöre ich hin- hier bin ich zu Hause; hier darf ich bis an meine Leistungsgrenzen gehen und meine Schwächen eingestehen; hier werde ich gebraucht; hier mache ich die Erfahrung: Ich kann etwas; hier gehören das Zusammenleben und -lernen, Feste und Feiern genauso zum Lehrplan wie Mathe und Englisch; hier habe ich gelernt Verantwortung zu übernehmen - nicht nur für mich, sondern auch für die Schule und darüber hinaus.

Enja Riegel, seit Februar 2003 pensionierte Leiterin der Helene-Lange-Schule, Autorin

S. Neubert: Zur Bedeutung John Deweys für die konstruktivistische Pädagogik
Raum

Im Mittelpunkt der Veranstaltung wird die 2001 produzierte englischsprachige Filmdokumentation "John Dewey - His Life and Work" stehen, ein 40minütiges Filmportrait, das in wichtige konstruktivistische und erziehungsphilosophische Grundlagen von Deweys Ansatz auf anschauliche Weise einführt. Der Film wurde von Larry Hickman konzipiert und gestaltet, dem Leiter des 'Center for Dewey Studies' in Carbondale (Illinois), das zu den wichtigsten Einrichtungen der gegenwärtigen US-amerikanischen Dewey-Forschung zählt. Im Anschluss an den Film werden weiterführende Informationen zu Deweys Theorien gegeben, wobei insbesondere Fragen nach der Aktualität seines Ansatzes in Theorie und Praxis angesprochen werden sollen. Es wird Zeit für kritische Nachfragen und eine hoffentlich kontroverse Diskussion geben.

Dr. Stefan Neubert; Studienrat im Hochschuldienst an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln, Seminar für Pädagogik

10-11.30 Uhr

Zum Stand der Kunst II – Theoretische Perspektiven

Referate und Diskussion

Neue Arbeit – neues Lernen. Zur Situation in der Berufspädagogik (R. Arnold) (auf Freitag vorverlegt!)

 

Der Konstruktivismusstreit in der Erwachsenenbildung (H. Siebert)
Raum

In der Erwachsenenbildung ist der Konstruktivismus anschlussfähig an den Deutungsmusteransatz, das Konzept des Erfahrungslernens und die Biografieorientierung. Auch systemisches Denken hat in der Erwachsenenbildung eine lange Tradition.
Die Grundsatzkritik am Konstruktivismus stammt aus einer normativen Pädagogik. Kritisiert werden der angebliche Elektrizismus, die (politische) Beliebigkeit, der Verzicht auf einen (absoluten) Wahrheitsbegriff.

Prof. Dr. Horst Siebert lehrt Erwachsenenbildung an der Universität Hannover.

Schulentwicklung (R. v. Lüde)
Raum

Wer macht die Schule – Zur handlungspraktischen Konstruktion von Organisationsbildern
Es sind die Mitglieder, der Schule, die ihre Schule „machen“, indem sie handeln. Zwar finden sie „strukturelle“, d.h. gesetzliche, materielle, organisatorische und erwartungsbedingte Rahmenbedingungen vor, die ihr Handeln ermöglichen und beschränken. Aber erst durch ihr eigenes Handeln, ihre Handlungspraxis, gestalten sie diese Bedingungen, was trotz möglicher restriktiver Vorgaben eine prinzipielle Veränderung einschließt.
Da eine Schule aus regelmäßigen kommunikativen Handlungen besteht, kann sie nur verändert werden, wenn man die kommunikativen Handlungen selbst, ihre Art und ihren Inhalt, systematisch verändert. Für eine solche Veränderung oder nur eine gestaltende Weiterentwicklung kommt es also auf die Art und Weise des Zusammenarbeitens und der gemeinsamen Kommunikation an.
Im Referat werden derartige Sichtweisen schulischer Organisation und die soziale Konstruktion der eigenen Schule, d.h. die verschiedenen Perspektiven der Mitglieder, zum Thema gemacht. Botschaft ist – sowohl aus der Perspektive der Leitung als auch des Kollegiums, der Eltern und Schüler – , dass trotz unterschiedlicher und wechselnder externer Vorgaben die innere Gestaltung der Schule nur durch deren Mitglieder erfolgt.

Prof. Dr. Rolf v. Lüde lehrt Soziologie an der Universität Hamburg.

Konstruktivistische Didaktik (K. Reich)
Raum

Welche Besonderheiten hat heute die konstruktivistische Didaktik in Auseinandersetzung mit Kritikern, Überlegungen aus der Lernforschung und praktischen Erfahrungen? Wie kann sie es vermeiden, in die Fehler bloßer Theoriespekulation oder reiner Ratgebertechnik zu verfallen? Welche neuen Lehrerbilder benötigen wir im Blick auf konstruktivistische und systemische Einsichten?

Dr. Kersten Reich ist Professor für allgemeine Pädagogik an der Universität zu Köln

Schultheorie (L. Fried)
Raum

Die (Vor-)Schul- und Bildungsforschung ist so vielfältig und inkonsistent, dass sich die Einzelbefunde nicht zu einem umfassenden, in sich konsistenten Bild der (Vor-)Schulrealität zusammenfügen lassen. Es ist aber möglich, - unter Nutzung einiger Grundkategorien von Luhmann - anhand des Forschungsstands abzutasten, wo Hindernisse bestehen, die den (ko-)konstruktiven Bildungs- und Präventionsprozessen in der (Vor-)Schule im Wege stehen. Das setzt voraus, dass man Forschungsbefunde aus verschiedenen Beobachterperspektiven rekonstruiert und sie durcheinander relationiert. Dadurch können kognitiv komplexere Bildfragmente entstehen, die u.U. neue Bearbeitungsmöglichkeiten erkennen lassen. Dies soll am Beispiel des pädagogischen Professionswissens bzw. pädagogischer Interaktionen sowie mit Blick auf Bildungs- und Präventionsprozesse in Schule und Vorschule konkretisiert werden.

Prof. Dr. L. Fried, Diplompädagogin, Lehrerin für Grund- und Hauptschulen; Professorin an der Universität Dortmund, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Soziologie

Systemisch-konstruktivistische Perspektiven in der Sonderpädagogik
(R. Werning)
Raum

Im sonderpädagogischen Bereich haben systemisch-konstruktivistische Perspektiven in einigen Feldern neue Zugänge aufgezeigt. Dazu gehören neben den Aspekten zur Konstruktion bzw. Rekonstruktion von Behinderung auch Auswirkungen auf Diagnostik und Förderung. Dies wird in diesem Vortrag näher untersucht.

Prof. Dr. Rolf Werning, Sonderschullehrer, Professor für Sonderpädagogik an der Universität in Hannover, Pädagogik bei Lernbeeinträchtigungen

Fremde Blicke – Vortrag mit Diskussion

Vom Beobachten zum Entwickeln, Reflexionen zum Zusammenhang von Bildungsevaluation und Bildungsmanagement (X. Büeler)
Raum

Das Beobachtete verändert sich durch die Beobachtung - zwangsläufig! Entscheidend ist, dass die Veränderungsrichtung stimmt. Wie ist Bildungsevaluation zu konstruieren, dass sie zur nachhaltigen Entwicklung beiträgt? Eine Antwort aus der Sicht systemischen Bildungsmanagements.

Dr. Xaver Büeler, Pädagogische Hochschule Zentralschweiz Zug
Institut für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie (IBB)

PISA: oder über die Unwahrscheinlichkeit, lesen zu können.
Literalität als Bildungsziel? (C. Albrecht)
Raum

Eine intensive Teilhabe an der Lesekultur, so setzt die PISA-Studie voraus, ist elementare Voraussetzung für eine breite Partizipation am sozialen Leben und an den kulturellen Gütern. Stimmt das tatsächlich? Welche Form von Lesefähigkeit braucht ein Nutzer des Internet? In welchen Gesellschaften entstand überhaupt Lesekultur? Unter welchen Bedingungen gelang es, Literalität auf breite Bevölkerungsschichten auszudehnen? Sind diese Voraussetzungen heute noch gegeben? Der Vortrag möchte Literalität als Bildungsideal problematisieren, um den Blick auf die kulturellen Voraussetzungen zu lenken: Literalität lässt sich letztlich nicht über ihre Funktion begründen, sondern ist ein kulturelles Ideal.

Prof. Dr. Clemens Albrecht, Universität Koblenz/Landau, Institut für Soziologie

Ganztagsschulen: Wettbewerb von Billiglösungen? (H. Winter)
Raum (Beamer)

Ganztagsschulen haben seit dem letzten Landtagswahlkampf in Rheinland-Pfalz und seit dem Vorliegen der PISA-Ergebnisse bundesweit Hochkonjunktur. Dass es dabei aufgrund der sog. schwierigen Finanzlage zu "Billiglösungen" kommt, die häufig zu "Verwahranstalten" werden, statt einen Wettbewerb an pädagogischen Konzepten zu entfachen, ist leider Realität. Mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sollen pädagogisch sinnvolle Konzepte diskutiert und an ausgewählten Detailfragen Möglichkeiten und Grenzen von Ganztagsschulen aufgezeigt werden.

Heinz Winter, Leiter des Studienseminars für das Lehramt an Grund und Hauptschulen in Kaiserslautern

Schulen der Zukunft – Gestaltungsvorschläge der
Architekturpsychologie (R. Walden)
Raum: (Beamer)

Ziele von Neu- und Umbaumaßnahmen an einer Lernumwelt sind die physische Unterstützung von Leistung, sozialem Miteinander und Wohlbefinden. Intelligente Schularchitektur beinhaltet dabei nicht nur eine sensorgesteuerte Anpassung an psychische und physische Bedürfnisse, sondern auch die Möglichkeit, nach veränderten Wünschen eigene Regulierungen durch Individuen durchzuführen. Anhand der Ergebnisse von Interviews mit führenden Architekten wurde ein Schema zu Beurteilung von Schulqualität entwickelt. Vorschläge werden diskutiert, wie Schulen der Zukunft gestaltet werden sollten. Fotos zeigen Beispiele für zukunftsweisende Schulen in Deutschland.

Dr. Rotraut Walden, Architekturpsychologin, Universität Koblenz

Schule paradox – Aus dem Blickwinkel eines Unternehmensberaters (P. Grönwoldt)
Raum

Von draußen betrachtet sind die staatlichen Schulen paradoxe Institutionen: In den wesentlichen Punkten läuft vieles genau falsch herum. Deshalb sind die Leistungen ihrer Lehrer und Schüler auch so gering. Es ist jedoch weder schwierig noch teuer, einen Erfolgsunterricht zu machen.

Peter Grönwoldt: gelernter Kaufmann und gelernter Lehrer, später Lehrer-Aus- und -Weiterbilder, seit 20 Jahren in der Wirtschaft als Geschäftsführer und Unternehmensberater, jetzt im ‚Vorruhestand’ und als Bildungs-Autor und -Berater, aber auch wieder als Lehrer tätig.

Selbstständige Schule – Schulisches Handeln in pädagogischer Selbstverantwortung? (W. Fuchs)
Raum

Organisationsuntersuchungen in profit- und non-profit-Bereichen haben international die Erkenntnis erbracht, dass sich Großorganisationen dann am besten, am effektivsten und mit maximaler Erfolgsorientierung steuern lassen, wenn die einzelnen Einheiten des Unternehmens oder der Verwaltungsstruktur ein großes Maß an Selbstverantwortung für das Gelingen des gemeinsam getragenen Auftrages haben. Eine ganze Reihe von Bundesländern hat daher die Konsequenz gezogen, in Modellprojekten zu erproben, in welchen Bereichen Schulen in ihren Entscheidungen größere Selbstständigkeit erlangen können. Schon bei den ersten Schritten wird erkennbar, so zeigt das zahlenmäßig größte Modellprojekt im Land Nordrhein – Westfalen, dass der Rahmen der das schulische Handeln leitenden Rechtsvorschriften oft gar nicht die wesentliche Ursache dafür ist, dass Schulqualität und Unterrichtsqualität sich nicht wie gewünscht entwickelt hat. Vielmehr stellt sich die Frage, was zu tun ist, um die einzelnen Schulen in die Verantwortung für die Qualität des Lernens ihrer Schüler zu bekommen. Pädagogische Selbstverantwortlichkeit der Einzelschule ist notwendig, so lautet die These, um einen nachhaltigen Prozess der Unterrichts- und Schulentwicklung in Gang zu setzen.

Werner Fuchs, als Schulaufsichtsbeamter Koordinator des Modellprojekts bei der BR Düsseldorf.

11.30-12 Uhr

Pause

12 Uhr

großer Hörsaal

Abschlussreferat:

(Keine) Zeit für Nachdenklichkeit (A. v. d. Groeben)

Am Ende eines dreitägigen Kongresses, eines gemeinsamen Nachdenkens über Lernen soll im Abschlussreferat versucht werden, eben dies zu thematisieren: die Nachdenklichkeit. Wenn wir wissen, dass Lernen je individuelle Aneignung von Welt ist, wenn andererseits eine Wissensgesellschaft immer mehr auf standardisierbaren Output setzt – wie sollen wir dann mit diesem Widerspruch leben und gute Schule machen? Wenn wir der „Flucht vor dem Denken in das Wissen“ (Hentig) Grenzen setzen wollen, brauchen wir Schulen, in denen das Denken, das Fragen, das Gespräch, die Lust am Forschen, die Fehlerfreundlichkeit als wichtigste Voraussetzungen guten Lernens gesehen werden.

Annemarie von der Groeben, Dr. h. c., zunächst Gymnasiallehrerin in Hamburg, dann Wechsel zur Laborschule Bielefeld, seit 1989 Didaktische Leiterin. Neben der Schultätigkeit Mitarbeit an Forschungsprojekten, zahlreiche Publikationen, Redaktionsmitglied der Zeitschrift „Pädagogik“

12.45 Uhr

Schlussworte (Prof. Dr. R. Voß)

Vom Neckar zur Mosel zur... 2010

Ideenbörse: Während des Kongresses besteht die Möglichkeit, Ideen und Projekte den TeilnehmerInnen zu präsentieren.
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